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Fahrtenbuch #5
„Elisabeth und Selim“
Interviews

Die MobilitäterInnen Fahrtenbuch #5

Interviews mit Elisabeth und Selim

Die Fahrt hat im Rahmen von Die MobilitäterInnen während der Aktionstage in Oberperfuss und in Reith bei Seefeld im März 2017 stattgefunden.

Einen Kurzfilm zu dieser Fahrt findest du hier.

Beifahrerin

Name: Elisabeth

Alter: Über 70

Beruf: Pensionistin, war Leiterin eines Zentrums für Krankenhauspersonal

Ich war: Fahrgast

Fahrt am: 30.3.2017

Von: Oberperfuss
nach: Innsbruck

Wer hat mich mitgenommen: Selim und seinen zwei kleinen Töchtern

Was kannst du anderen Fahrern/Fahrgästen mit auf den Weg geben? Einfach die Lust und die Neugier haben, sicher an einen anderen Ort zu kommen.

Wo kommst du her und was ist deine Geschichte? Ich bin eine Tirolerin aus dem Tirole Unterland und ich habe Zeit meines Lebens versucht, mich mit anderen Interessierten, am Leben interessierten zusammen zu tun um mitzugestalten, daß es ein bisschen gerechter und ein bisschen menschlicher wird.

Wo kamst du an dem Tag her und wo wolltest du hin? Ich habe mich angemeldet, eine Fahrt zu machen, weil ich das Projekt sehr interessant finde, da es eine gesellschaftspolitische Aktion ist, die einen sehr positiven Aspekt hat: man ist für etwas, für Offenheit, für die Welt, für das Hinausfahren im eigentlichen Sinn und auch im übertragenen Sinne, für Begegnung und nicht, wie so oft gegen etwas.

Was war der schönste Moment? Der schönste Moment für mich war das Einsteigen und sich hineinsetzen und sich echt sicher fühlen. Da ist mir persönlich bewusst geworden, daß ganz viele Menschen sagen, die Flüchtlinge verunsichern sie. Und ich habe zum Selim gesagt, Selim du fährst so gut, daß ich mich sicher fühle. Und erst beim sprechen ist mit klar geworden, daß das eigentlich eine politische Aussage war.

Falls es Schwierigkeiten gab, welche? Es gab keine Schwierigkeiten, es gab nur viel Verkehr, aber es war ganz sicher und angenehm.

Was ist für Dich ein guter Fahrgast? Wahrscheinlich ist es gut wenn FahrerIn und BeifahrerIn nicht zu viel sprechen, daß man nicht zu sehr vom Verkehr abgelenkt ist. Allerdings hatten wir uns heute sehr viel zu erzählen. Mindestens Namen und wo man herkommt und wo man hin will, sollte man aber natürlich sagen. Das gebietet die Höflichkeit.

Was sind deine Ziele? Mein Wunsch ist eine weltoffenere Gesellschaft, wo das Miteinander nicht blauäugig geübt wird, also durchaus in Kenntnis das es ganz viel Anderssein erst zu kennen und zu ertragen gilt. Eine beteiligte Bürgerin des Landes wäre mein Ziel. Mitzumischen! Mitzugestalten im besten Sinn!

Wovon träumst du? Ich träume von einer Welt ohne Waffen und davon, daß endlich Frieden herrscht im Nahen Osten und das weiß ich auch, daß das ziemlich allgemein und ziemlich blauäugig klingt, aber ich denke, wenn wir hier dieses Miteinander üben, und das hoffe ich, wenn diese Menschen irgendwann zurück gehen können, daß sie erfahren haben, daß auch irgendwo in der Welt Menschen sind, die offene Arme gehabt haben. Und ich glaube auch , daß das in Österreich nach Kriegsende so war. Leider sind ganz viele Menschen des politischen Denkens müde und irgendwann wird die Ohnmacht so groß, daß die Leute nicht mehr mitmachen wollen. Ich kann nur alle ermuntern , wachsam und interessiert zu sein. Im kleinen aber auch im großen, um Strukturen zu schaffen, die auch die Staatsführungen zum Denken bringen.

Anmerkungen an das Team? Ich denke, wichtig sind klare Vorgaben, was es ist, daß sich die Leute gut auskennen und daß allen Fragen nach Sicherheit oder sonstige Bedenken nachgegangen wird. Gut informiert sind die Menschen mutig und am Ende muss man die Freunde und die Lust haben es auszuprobieren.

Fahrer

Name: Selim

Alter: 30

Beruf: Automechaniker

Ich war: Fahrer

Fahrt am: 30.3.2017

Von/Nach: Von Oberperfuss nach Innsbruck und dann von Innsbruck nach Oberperfuss

Wer hat mich mitgenommen: Zuerst Elisabeth und dann Farid

Was kannst du anderen Fahrern/Fahrgästen mit auf den Weg geben? Meine Kollegen sollen alle fahren. Es ist sehr gut! Es war für mich ein sehr gutes Erlebnis mit neuen Leuten zu sprechen.

Wo kommst du her und was ist deine Geschichte? Ich komme aus Tschetschenien mit meiner Frau und 5 Kindern.

Wo kamst du an dem Tag her und wo wolltest du hin? Ich wollte nach Innsbruck mit meinen Kindern.

Was war der schönste Moment? Mit beiden zu sprechen und sich kennen zu lernen.

Falls es Schwierigkeiten gab, welche? Ich war aufgeregt wegen der Sprache.

Was sind deine Ziele? Soweit mal keine. Ich muss warten, was mein Bescheid ergibt.

Wovon träumst du? Ich träume davon, daß es nirgendwo mehr Krieg gibt, daß alle Kriege ein Ende haben.

Anmerkungen an das Team? Ich wünsche, daß die Bänke dem Dorf Oberperfuss alles Gute bringen, die Menschen hier sind sehr gut und ich hoffe, daß es die Bänke noch besser machen.

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